Über Shire

Das Shire Horse ist ein Kaltblutpferd und mit einem maximalen Gewicht von mehr als 1200 kg sowie einer Widerristhöhe von durchschnittlich 1,78 m die größte Pferderasse der Welt.

Exterieur

Bei den Shires ist das im Zuchtziel geforderte Stockmaß bei Hengsten bzw. Wallachen 168 cm, bei den Stuten 163 cm. Das größte Shire Horse der Welt war in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Wallach „Sampson“ mit einem Stockmaß von 2,19 Meter. Der in Australien gehaltene Noddy hat eine Schulterhöhe von 2,05 Meter und wiegt 1500 kg.

Die am häufigsten vorkommende Fellfarbe ist Braun, insbesondere Dunkelbraun, gefolgt von Rappen, Schimmeln und den relativ seltenen Füchsen. Typisch für das Shire Horse sind die stark ausgeprägten Abzeichen am Kopf und an den Beinen. Es kommen aber auch weiße Flecken im Bauchbereich vor.

Interieur

Das Shire Horse wird auch der „Gentle Giant“ unter den Kaltblütern genannt. Bezeichnend ist sein sanftmütiger Charakter. Das Shire Horse ist lernfähig und nervenstark.

Zuchtgeschichte

Ursprünglich als Ritterpferd gezüchtet, fand es seinen eigentlichen Verwendungszweck später in der Landwirtschaft oder auch als Kutschpferd vor den Wagen der englischen Brauereien. Im 18. Jahrhundert entwickelte der für seine Zuchterfolge bekannte Landwirt Robert Bakewell das Improved Black Cart horse , auch Bakewell Black genannt. Aus dieser Zucht entstand das heutige Shire Horse. Shires sind in vielen Emblemen oder Logos diverser englischer Pubs und Brauereien zu finden.

Erschien ihr Untergang in den 1960er-Jahren bereits besiegelt, so bemühten sich viele ländliche Züchter und ganz besonders die Brauereien um den Erhalt dieser gewaltigen Pferde. Mittlerweile hat sich eine Showszene etabliert, die bei Zucht- und Leistungsschauen das Shire Horse zeigt.

Verwendung

Shire Horses sind wie auch die Clydesdales Spätentwickler. Durch das schnelle Wachstum in den ersten Jahren sind die Knochen, Knorpel und Gelenke erst spät richtig verwachsen. Die Pferde sollten also erst mit etwa vier Jahren auf die Arbeit vorbereitet werden. Vor der Entwicklung motorisierter Fahrzeuge wurde das Shire Horse als Zugtier in der Landwirtschaft, im Gewerbe und Transportwesen eingesetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts zog es zudem die Londoner Straßenbahn. Ansonsten hat es jedoch seine Bedeutung als Zugpferd verloren und wird nur noch zu Werbezwecken vor Brauerei- oder Touristikwagen gespannt. Sie werden jedoch wieder vermehrt als sogenannte Rückepferde eingesetzt, da sie weitaus weniger Schäden am Waldboden anrichten als moderne Maschinen.